
Richard Gerstl · PD
Selbstbildnis, lachend
Details
Die Geschichte
Im Sommer 1908 zeigte die Klimt-Gruppe in Wien die große Kunstschau, und der Staat kaufte dort Gustav Klimts vergoldeten „Kuss“. Im selben Jahr, so datiert es das Belvedere, malte Richard Gerstl sich selbst mit diesem breiten Lachen. Manche Forscher setzen das kleine Bild einen Sommer früher an. Gerstl blieb ein Außenseiter und weigerte sich, öffentlich auszustellen. Von seinen vielen Selbstbildnissen zeigen ihn fast alle ernst. Hier reißt er den Mund auf, die Zähne blitzen, die Augen glänzen, und das Gesicht ist aus dicken, schnellen Tupfen in Orange, Rosa und Grün gebaut. Der Hintergrund zerfällt in kurze, einzelne Striche in Braun und Rostrot, die den Kopf umdrängen. Das Museum selbst empfindet das Lachen eher unheimlich als entspannt. Heute hängen das Bild und der „Kuss“ im selben Haus, im Oberen Belvedere.


