
Jean-François Millet · PD
Frühling (Daphnis und Chloe)
Details
Die Geschichte
Millet war für seine arbeitenden Bauern berühmt, für gebückte Ährenleserinnen und das Paar, das im Angelus innehält. Eine griechische Liebesgeschichte überrascht deshalb. 1865 übernahm er eine Folge von Zierbildern zu den vier Jahreszeiten, und für den Frühling griff er auf einen antiken Roman des Longus zurück: Daphnis und Chloe, zwei Findelkinder, von Hirten aufgezogen, die sich beim Heranwachsen ineinander verlieben. Millet gab der Szene sein gewohnt weiches Licht und gedämpfte Farben, ohne jeden klassischen Glanz, und setzte das junge Paar in eine blühende Landschaft. Das Merkwürdige ist, wohin das Bild später geriet. Der japanische Sammler Kojiro Matsukata kaufte es 1921. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt der französische Staat seine Bilder als Feindvermögen zurück, und erst 1959 gab man sie an Japan zurück. Um die zurückgegebene Sammlung unterzubringen, eröffnete Tokio das Nationalmuseum für westliche Kunst, wo dieser Frühling bis heute hängt.




