
Stillleben mit Steinzeugkrug, Weinglas, Hering und Brot
Details
Die Geschichte
Hering war im Haarlem jener Jahre Alltagskost. Die holländische Fangflotte nahm ihn noch auf See aus und salzte ihn ein, und er kostete so wenig, dass ihn fast jeder essen konnte. Hier liegt einer quer auf einem Zinnteller, daneben ein angebrochenes Brötchen. Dahinter steht ein Steinzeugkrug mit Zinndeckel, wie man sie aus dem Rheinland bezog, rechts ein hoher Römer mit Wein, dessen Glasnoppen am Schaft verhinderten, dass er einer fettigen Hand entglitt. An die Wand daneben setzte Claesz sein Monogramm und die Jahreszahl 1642.
Das Museum of Fine Arts weist auf eine Eigenheit hin, die man hier sofort findet. Der Messergriff ragt über die Kante des weißen Tuchs hinaus, dem Betrachter entgegen, und so liegt auf dem sorgfältig geordneten Tisch ein Ding, das gleich herunterzufallen scheint.
Nach Boston kam die Tafel über Edward Wheelwright, einen ausgebildeten Juristen, der 1855 nach Barbizon gegangen war, um bei Jean-François Millet malen zu lernen. Mit dem Vermächtnis seiner Witwe gelangte sie 1913 ins Museum.



