
Die Flucht des Aeneas aus Troja
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Die Geschichte
Kaiser Rudolf II. baute in Prag eine berühmte Sammlung auf, und in den späten 1580er-Jahren bestellte er bei Federico Barocci ein Bild, das ausdrücklich kein Andachtsbild sein sollte. Für einen Maler, der fast nur Altarbilder und Heilige schuf, war das ungewöhnlich, und abgesehen von Porträts blieb es sein einziges weltliches Thema. Barocci wählte Aeneas, der seinen alten Vater Anchises aus dem brennenden Troja trägt, die Hausgötter fest in den Händen des Greises. Das erste Gemälde verließ Prag 1648 und ging später verloren. Hier sehen wir die zweite Fassung, links unten signiert und 1598 datiert. Sie entstand für Giuliano della Rovere, der sie wohl Kardinal Scipione Borghese schenkte, dem Papstneffen, der diese Sammlung anlegte. Die Haltung des Aeneas stammt aus Raffaels Fresko vom Borgobrand im Vatikan, der Rundtempel im Hintergrund ist Bramantes Tempietto in Rom, umgedeutet zu einem antiken Heiligtum. Rund 20 Jahre später meißelte der junge Bernini dasselbe Thema für Scipione in Marmor.




