
Die Ziege Amalthea mit dem Jupiterkind und einem Faun
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Die Geschichte
Wer diese kleine Gruppe gemeißelt hat, weiß niemand sicher, und genau das macht sie spannend. 1615 stand sie bereits in der Sammlung von Kardinal Scipione Borghese, damals wurde ein Handwerker für ihren Sockel bezahlt. Ein Führer durch die Villa von 1650 nennt sie aber ohne Künstlernamen. Erst der deutsche Maler und Kunstschriftsteller Joachim von Sandrart schrieb sie 1675 Bernini zu, was sie zum Werk eines Jugendlichen machen würde. 1926 griff der Kunsthistoriker Roberto Longhi das auf, und viele Forscher, unter ihnen Irving Lavin, sahen darin eine der frühesten Arbeiten Berninis. 2022 dann führte Anna Coliva, frühere Direktorin der Galleria Borghese, die Gruppe im Katalog unter einem unbekannten Meister, weil sie nicht zu Berninis gesicherten Jugendwerken passe. Andere halten an der alten Zuschreibung fest, und das Museum selbst beschriftet sie als Bernini zugeschrieben. Dargestellt ist ein Mythos. Der kleine Jupiter, vor seinem Vater versteckt, trinkt an der Ziege Amalthea, und ein junger Faun, in dem man Pan erkennt, trinkt ihre Milch aus einer Schale.





