
Der Ritter, das junge Mädchen und der Tod
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Die Geschichte
Als diese kleine Lindenholztafel wohl um 1500 entstand, kannte man das Bild vom Tod, der die Lebenden überfällt, aus Holzschnitten und von gemalten Totentänzen an Kirchen- und Friedhofsmauern. Hier reitet ein junger Mann in Rot davon, eine Frau klammert sich an ihn. Hinter ihnen greift der Tod, ein verwesender Leichnam, nach dem Saum ihres Kleides.
Das Bild hat viele Namen getragen. Bei einer Pariser Versteigerung 1809 galt es als Dürer-Schule, 1813 als Dürer selbst, „ein ebenso seltenes wie merkwürdiges Bild“. Der Dürer-Kenner Friedrich Lippmann besaß es als Werk von Hans Leu, und der Louvre kaufte es 1924 als Barthel Beham. Heute gilt es als Frühwerk von Hans Baldung Grien. Eine vom Museum zitierte Deutung liest darin eine Warnung vor dem Ehebruch, denn die Haube der Frau könnte sie als Verheiratete kennzeichnen.




