
Das große Pferd
Details
Die Geschichte
Von hinten, gewaltig und ruhig, mit den Hinterhufen auf einer Stufe: So zeigt Dürer 1505 das große Pferd, als bewusstes Gegenbild zum kleinen, das im selben Jahr entstand und leicht und unruhig im Profil steht. Neben dem Tier steht ein Landsknecht mit Hellebarde, der Stangenwaffe des Fußvolks jener Jahre. Dürer hat den Pferdeleib auf etwa die Hälfte seiner wirklichen Länge verkürzt, sodass Kruppe und Hinterbacken die Platte füllen. Anders als bei seinen Studien zum idealen Pferd liegt hier kein Raster aus Maßen zugrunde. Das Tier ist als lebendige Masse gezeichnet, und der erhöhte Boden und die flache Mauer dahinter lassen es noch mächtiger wirken. Als mögliche Vorbilder gelten ein Pferd des Italieners Pisanello und ein Blatt aus dem Skizzenbuch des Venezianers Jacopo Bellini, beide eine Generation älter als Dürer. Der Bostoner Abzug ist einer von vielen, die von der Kupferplatte gedruckt wurden. Er stammt aus der Grafiksammlung des New Yorker Sammlers Henry Foster Sewall, die dieser dem Museum 1888 anbot und die das Museum 1897, ein Jahr nach seinem Tod, schließlich kaufte.




