
Der Reinigungseid Leos III.
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Die Geschichte
Im April 799 wurde Papst Leo III. bei einer Prozession durch Rom überfallen, angeführt von Verwandten seines Vorgängers Hadrian I. Er entkam, zog über die Alpen zum Frankenkönig Karl nach Paderborn, und seine Gegner folgten ihm mit eigenen Anklagen. Als Karl im Jahr darauf nach Rom kam, trat in Sankt Peter eine Versammlung zusammen, um die Sache zu verhandeln. Am 23. Dezember 800 erklärten die Bischöfe, über den Papst dürfe niemand richten, und Leo reinigte sich daraufhin aus freien Stücken durch einen feierlichen Eid. Am Weihnachtstag krönte er Karl zum Kaiser.
Das Fresko verlegt den Eid an einen Altar, der über dem echten Fenster erhöht steht, umringt vom Klerus, eine Anordnung, die von der Messe von Bolsena im Nachbarraum übernommen ist. Auf einem Schriftband steht ein lateinischer Satz, sinngemäß, dass Bischöfe von Gott zu richten sind und nicht von Menschen. Für Leo X., der den Raum ausmalen ließ, war das Tagespolitik. 1516 bekräftigte das Konzil, das er im Lateran abhielt, dass ein Papst allein Gott Rechenschaft schuldet.
Die Ausführung dieser Wand überließ Raffael seiner Werkstatt. Zwei gemalte Tafeln am Fenstersturz nennen das Jahr 1517, das vierte Jahr von Leos Pontifikat.




