
Die Auferweckung des Lazarus, mit einem Stifterpaar und seiner Tochter
Details
Die Geschichte
Im Johannesevangelium ist Lazarus schon vier Tage tot, als Christus zu seinem Grab in Betanien kommt. Geertgen bringt die ganze Geschichte auf einer Tafel unter. Weit hinten schicken die Schwestern des Lazarus nach Christus. Vorn geschieht das Wunder vor einer Menge von Zuschauern.
Das kniende Paar am Rand der Szene hat das Bild bezahlt. Der Louvre sieht darin ein eigenständiges Gemälde für die private Andacht einer Familie, vielleicht ein Epitaph für ihre Kapelle, und nicht den Teil eines Altars. Lange schien das Ehepaar allein zu sein. Die Restaurierung von 1985 und 1986 legte dann unten rechts ein kleines betendes Mädchen frei, das irgendwann übermalt worden war, und befreite einen Fuß Christi unter einem zweiten, anders gedrehten Fuß, der wohl im 17. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Das Hündchen daneben steht vermutlich für Treue.
Die dendrochronologische Untersuchung der Tafel passt zu einer Entstehung um 1480 bis 1485. Im 19. Jahrhundert fand der Historiker Jules Renouvier aus Montpellier das Bild in Spanien, und 1902 kaufte der französische Staat es von seinem Neffen.




