Trojanischer Bogenschütze („Paris“) aus dem Westgiebel des Aphaiatempels

Trojanischer Bogenschütze („Paris“) aus dem Westgiebel des Aphaiatempels


Details

Künstler
Unbekannter griechischer Bildhauer (archaische Zeit)
Jahr
-500
Technik
parischer Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Um 500 v. Chr., als dieser Bogenschütze entstand, herrschten die Perser bereits über die griechischen Städte am anderen Ufer der Ägäis. Die Reitervölker im Norden und Osten, Skythen und Perser, kannten die Griechen an ihrer Tracht, und genau so hat der Bildhauer diesen Trojaner gekleidet. Er kniet zum Schuss, trägt eine weiche Zipfelmütze und einen eng anliegenden Anzug bis an Hand- und Fußgelenke. Man nennt ihn meist Paris, den trojanischen Prinzen, der Helena entführte. Eine Inschrift, die das bestätigt, gibt es allerdings nicht.

Heute wirkt der Marmor schlicht. Im UV-Licht und im Streiflicht treten jedoch schwache Spuren der einstigen Bemalung hervor. Daraus haben die Archäologen Vinzenz Brinkmann und Ulrike Koch-Brinkmann die Figur farbig rekonstruiert, mit zickzackgemusterten Hosen, einem langärmeligen Oberteil voller Rauten und darüber einem Wams mit breiter Borte, kleinen Greifen und Löwen. Ihre bemalte Kopie war 2003 hier in der Glyptothek zum ersten Mal zu sehen, in der Ausstellung „Bunte Götter“, und ist seither durch viele Museen gereist.

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