
Paradise Chronicle · PD
Zwei Totenschädel in einer Fensternische
Details
Die Geschichte
Um 1520 hatte eine kleine Tafel wie diese in einem Basler Haushalt eine ganz nüchterne Aufgabe. Zwei menschliche Schädel liegen in einer flachen steinernen Nische, nah herangerückt, einer frontal, einer im Profil, als habe man sie auf einer Fensterbank abgestellt. Solche Bilder, Memento mori genannt, hielten die Gewissheit des eigenen Todes täglich vor Augen, eine Denkweise, die in einem von wiederkehrender Pest geprägten Jahrhundert tief verwurzelt war. Erhalten hat sich die Tafel über das Amerbach-Kabinett, jene Basler Sammlung, der die Stadt so viel frühen Holbein an einem Ort verdankt. Wer sie tatsächlich malte, ist bis heute umstritten, Hans oder sein älterer Bruder Ambrosius, die in genau diesen Jahren Seite an Seite in Basel arbeiteten. Das Museum führt sie unter Hans und lässt die Frage zugleich offen.




