Hans Holbein der Jüngere

Hans Holbein der Jüngere

1497–1543 · Heiliges Römisches Reich · Deutsche Renaissance


Die Geschichte

1539 schickte Heinrich VIII. seinen Hofmaler nach Düren, ins deutsche Herzogtum Kleve, mit einem einzigen Auftrag: ein ehrliches Abbild von Anna zu malen, der Schwester des Herzogs und Kandidatin für die vierte Ehe des Königs. Hans Holbein der Jüngere war seit etwa 1535 King's Painter und schuf Porträts, Schmuckentwürfe und Festdekorationen für den Tudor-Hof; sein Urteil über Annas Aussehen sollte nun mehr zählen als jeder Botschafterbericht.

Heinrich gefiel, was er sah, und er stimmte der Heirat zu. Als Anna im Januar 1540 in England eintraf und der König ihr zum ersten Mal persönlich begegnete, war er Berichten zufolge bestürzt, sie größer und grobzügiger vorzufinden, als das Porträt vermuten ließ – die Ehe wurde binnen sechs Monaten annulliert. Ob Holbein sie schmeichelnd darstellte oder lediglich malte, was die Konvention verlangte, darüber streiten Historiker bis heute, doch das Porträt hatte seine diplomatische Aufgabe da bereits erfüllt.

Holbein hatte sich seine englische Karriere zwei Jahrzehnte zuvor mit einem Empfehlungsschreiben von Erasmus, dem Gelehrten aus Rotterdam, aufgebaut, das ihm Zugang zum Haushalt des Staatsmanns Thomas More verschaffte. Er starb 1543 in London, höchstwahrscheinlich an der Pest, nachdem er seine letzten Jahre damit verbracht hatte, rund 150 Porträts von Angehörigen des Tudor-Adels und -Königshauses zu schaffen.

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