
Hieronymus Bosch, Visions of the Hereafter: Hell, 1490. Wikimedia Commons. · PD
Visionen des Jenseits: Die Hölle
Details
Die Geschichte
Wer vor dieser Tafel steht, sieht zuerst fast nur Dunkelheit, und das hat einen handfesten Grund. Als das internationale Bosch Research and Conservation Project die vier Venezianer Jenseitstafeln untersuchte, zeigte sich, dass Bosch unter alle vier eine Schicht aus Knochenschwarz gelegt hatte. Auf diesem schwarzen Grund baut er die Hölle aus wenigen Lichtern auf. Oben brennt ein dunkler Felsturm wie eine Fackel und sprüht Funken. Darunter glimmt ein Fluss, in dem Verdammte um sich schlagen, von einem ist nur noch der erhobene Arm zu sehen. Das Museum spricht von einem schwefligen Sumpf voller Ungeheuer. Ganz vorn links sitzt ein nackter Mann, den Kopf in die Hand gestützt, und wendet den Blick von allem ab. Ein grüner, geflügelter Dämon hält ihn dabei am Handgelenk fest. Die Gallerie dell'Accademia datiert die Tafeln heute auf etwa 1505 bis 1515, in Boschs letztes Lebensjahrzehnt.





