Visionen des Jenseits: Das irdische Paradies

Hieronymus Bosch, Visions of the Hereafter: Terrestrial Paradise, 1500. Wikimedia Commons. · PD

Visionen des Jenseits: Das irdische Paradies


Details

Jahr
1510
Technik
Öl
Gattung
Gemälde
Maße
86,5 × 39,5 cm

Die Geschichte

1521 ging der venezianische Kenner Marcantonio Michiel durch die Sammlung von Kardinal Domenico Grimani und notierte dort ein Höllenbild mit der großen Vielfalt an Ungeheuern, von der Hand des Hieronymus Bosch. Zwei Jahre später starb der Kardinal. Seine niederländischen Tafeln blieben in Venedig und wurden unter österreichischer Herrschaft nicht nach Wien gebracht, anders als vieles aus den Sammlungen der Stadt. Diese Tafel ist die ruhigste der vier. Auf der Wiese warten nackte Auferstandene in kleinen Gruppen, Engel sind bei ihnen, einer von ihnen in Scharlachrot, und etwa zehn Seelen sehen zu ihm auf und nach oben. Auf der Anhöhe dahinter steht ein schlanker Brunnenturm, der Lebensbrunnen, an dem die letzten Sünden abgewaschen werden. Der Himmel selbst ist das noch nicht. Die Theologie der Zeit kannte dafür einen eigenen Ort der Erfrischung, eine Rast vor dem Aufstieg. Die Eichentafel ist schmal, knapp 89 Zentimeter hoch und 40 breit, und im Hintergrund sitzen fremdländische Vögel zwischen den Resten einer Burg.

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