
Édouard Manet · PD
Junge Frau in orientalischer Tracht
Details
Die Geschichte
Manet malte die junge Frau im orientalischen Kostüm um 1871. Gut 55 Jahre später tauchte das Bild in Breslau auf, in der Sammlung von Max Silberberg, einem jüdischen Unternehmer, der in den 1920er Jahren eine umfangreiche Sammlung deutscher und französischer Kunst zusammengetragen hatte. Belegt ist er als Besitzer erstmals 1928, in einer Manet-Ausstellung der Berliner Galerie Matthiesen. 1932 gab er das Bild dem Pariser Kunsthändler Paul Rosenberg in Kommission, der es 1937 selbst kaufte. 1935 musste Silberberg seine Villa an den Sicherheitsdienst der SS verkaufen, 1942 wurden er und seine Frau Johanna deportiert und vermutlich in Auschwitz ermordet. Die Erben sahen den Verkauf als Folge der Verfolgung. Die Stiftung Sammlung E. G. Bührle verwies darauf, dass die Entscheidung schon vor 1933 gefallen sei, nach Verlusten in der Weltwirtschaftskrise. Im April 2025 einigten sich beide Seiten, und das Bild bleibt im Kunsthaus Zürich.




