Die Geschichte
Neun Jahre lang, nach den Erdbeben von 2016, lagerte die Kunst des Bistums Camerino in Depots. Die Erdstöße jenes Herbstes machten die Altstadt dieser kleinen Universitätsstadt in den Hügeln der Marken zur größten Sperrzone des ganzen Bebengebiets, und der erzbischöfliche Palast aus dem späten 16. Jahrhundert, seit 1965 Sitz des Diözesanmuseums, musste schließen. Im Oktober 2025 wurde er nach einer Restaurierung für rund 26 Millionen Euro wieder eröffnet, mit völlig neu geordneten Sälen.
Das Museum trägt den Namen seines Gründers Giacomo Boccanera. Sein bekanntestes Gemälde stammt von dem Venezianer Giambattista Tiepolo, ein Altarbild von etwa 1740, auf dem Maria mit dem Kind dem heiligen Philipp Neri erscheint, dem Gründer der Oratorianer im 16. Jahrhundert. Daneben hängen eine Verkündigung von Luca Signorelli, dem Renaissancemeister aus Cortona, eine Bekehrung des Paulus von Baciccio, dem in Genua geborenen Barockmaler, der in Rom arbeitete, und zwei Heilige, Johannes der Täufer und Hieronymus, von dem französischen Caravaggisten Valentin de Boulogne. Wieder zu sehen ist auch die Madonna von Santa Maria in Via, ein verehrtes Gnadenbild, das aus seiner beschädigten Kirche in der Stadt gerettet wurde.
