
Die Geschichte
1529 rüstete sich Florenz gegen eine Belagerung durch das Heer Kaiser Karls V., und die Florentiner selbst rissen Gebäude vor den Mauern nieder, damit der Feind keine Deckung fände. Das Vallombrosanerkloster San Salvi stand ihnen im Weg. Nach dem Geschichtsschreiber Benedetto Varchi, der die Belagerung miterlebte, hielt der Abriss am Refektorium der Mönche inne, wegen des Gemäldes an seiner Stirnwand.
Dieses Gemälde ist noch immer da, und seinetwegen kommt man her. Es ist das Abendmahl von Andrea del Sarto, einem der führenden Florentiner Maler seiner Zeit, der es um 1526 vollendete, Jahre nachdem die Mönche ihn erstmals mit der Ausmalung des Saals beauftragt hatten. Es knüpft an die Fassung an, die Leonardo da Vinci in Mailand gemalt hatte, und del Sarto fügte eine eigene Idee hinzu, zwei Zuschauer, die sich über dem Tisch von einem Balkon herabbeugen und das Geschehen verfolgen.
Die Räume des einstigen Klosters ringsum bilden heute ein kleines staatliches Museum der Florentiner Malerei des 16. Jahrhunderts. Es zeigt weitere Werke von Andrea del Sarto, darunter ein frühes Noli me tangere, und von Malern seines Kreises wie Pontormo und Franciabigio. Dazu kommen Bilder von Plautilla Nelli, einer Dominikanernonne aus Florenz und einer der wenigen Künstlerinnen, über die Vasari schrieb.
