Giovanni Antonio Boltraffio

Giovanni Antonio Boltraffio

1467–1516 · Herzogtum Mailand · Hochrenaissance, Renaissance


Die Geschichte

Das Mailand der 1490er Jahre war die Stadt Leonardo da Vincis, und um ihn hatte sich eine Werkstatt junger Maler gesammelt, die zu lernen versuchten, was er wusste. Giovanni Antonio Boltraffio war der Sonderling unter ihnen. Er stammte aus einer wohlhabenden Mailänder Familie, aus jenen Kreisen, die einen jungen Mann sonst eher zum Recht oder zur Kirche lenkten als zum schmutzigen Handwerk der Malerei, und griff dennoch zum Pinsel und lernte unmittelbar bei Leonardo.

Er wurde einer der beiden begabtesten Maler aus diesem Kreis, neben seinem Mitschüler Bernardino Luini. In seinen Bildnissen, oft im strengen Profil, zeigt sich die Lektion und ihre Grenze: Die Modellierung ist weich und sorgfältig, bei Leonardo gelernt, während die Umrisse klar und hart bleiben, ohne jenen rauchigen Schleier, das Sfumato, das die Gesichter seines Meisters atmen ließ.

Sein Hauptwerk malte er fern von Mailand. Um 1500 hielt er sich in Bologna auf, wo ihn die Familie Casio aufnahm, und für sie schuf er das große Altarbild, das heute im Louvre hängt, eine Madonna mit Kind und zwei knienden Stiftern, dem Dichter Girolamo Casio und seinem Vater. Ein Bild hält seinen Namen bis heute im Streit, die Madonna Litta in Sankt Petersburg, ein kleines, zartes Andachtsbild, lange mit Leonardo selbst verbunden und noch immer umstritten, wobei viele Forscher die eigentliche Ausführung Boltraffios Hand zuschreiben.

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Werke

8 Werke