Raffael

Raffael

1483–1520 · Herzogtum Urbino · Italienische Renaissance


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Die Geschichte

Raffael kam um 1508 nach Rom, Mitte zwanzig, gerade als sich die Stadt neu als Hauptstadt der Christenheit erfand. Papst Julius II. riss den alten Petersdom ab, um die größte Kirche der Welt zu bauen, und wollte seine privaten Gemächer im Vatikan in ebenso großem Stil ausmalen lassen. Die Wände übergab er dem jungen Maler aus Urbino. In der heute Stanza della Segnatura genannten Halle malte Raffael die Schule von Athen, eine marmorne Halle antiker Philosophen mit Platon und Aristoteles im Fluchtpunkt, die sich durch die Jahrhunderte hindurch streiten.

Nur wenige Schritte weiter, hinter verschlossenen Türen, malte Michelangelo zur gleichen Zeit im Geheimen die Decke der Sixtinischen Kapelle. Der Überlieferung nach warf Raffael einen Blick auf die unfertige Decke und begriff sofort, wie viel größer und eigenwilliger Michelangelos Figuren waren als alles sonst gerade Gemalte. Seine Antwort fiel still aus: In die Schule von Athen fügte er eine einzelne grüblerische Gestalt ein, allein auf den Stufen sitzend, an einen Steinblock gelehnt, ganz in Michelangelos eigener schwerer Manier – Hommage und Wettstreit zugleich.

Raffael machte es leicht, wie es Michelangelo nie gelang. Er war liebenswürdig, gutaussehend, ungeheuer produktiv, führte eine geschäftige Werkstatt und war am päpstlichen Hof beliebt, wie es der schwierige Michelangelo nie war. Unter dem nächsten Papst, Leo X., war er praktisch der künstlerische Leiter Roms. Dann war es plötzlich vorbei. Im April 1520 erkrankte er an Fieber und starb binnen weniger Tage, mit 37 Jahren, am 6. April – nach alter Überlieferung auch sein Geburtstag. Rom gab ihm ein Staatsbegräbnis; auf eigenen Wunsch wurde er im Pantheon beigesetzt, dem antiken Tempel, der schon Jahrhunderte gestanden hatte, bevor er überhaupt geboren wurde.

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Werke

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