
Francisco de Zurbarán · PD
Agnus Dei
Details
Die Geschichte
Vor dunklem Grund liegt ein Widder, die vier Beine zusammengebunden. Kein Heiligenschein, keine Inschrift. Zurbarán hat das Bild 1632 in Sevilla signiert und datiert, in Jahren, in denen er vor allem große Altarbilder und Bildfolgen für die Klöster der Stadt malte. Das Motiv hat er in den 1630er-Jahren mehrmals aufgegriffen, und nur zwei Fassungen tragen einen Nimbus oder die lateinischen Worte, die das Tier ausdrücklich als Lamm Gottes ausweisen. Darüber sind sich die Fachleute uneins. Die französische Kunsthistorikerin Odile Delenda, die das Werkverzeichnis des Malers erarbeitet hat, sieht in den meisten Fassungen schlicht Schafe mit gefesselten Beinen. Der Prado, der eine spätere Fassung besitzt, hält dagegen, im Spanien des 17. Jahrhunderts sei die Verbindung zwischen dem gebundenen Lamm und dem geopferten Christus so geläufig gewesen, dass die Betrachter sie sofort hergestellt hätten. Dieses Bild blieb in einer Privatsammlung in Barcelona lange fast unbekannt, bis es restauriert und 2004 im Museum der Schönen Künste in Bilbao gezeigt wurde.




