
Akseli Gallen-Kallela · PD
Der Aino-Mythos
Details
Die Geschichte
Um 1890 war Finnland noch ein Großfürstentum unter dem russischen Reich, und eine ganze Generation suchte ihre eigene Identität im Kalevala, dem alten, in Versen gesammelten Volksepos. Mit kaum fünfundzwanzig Jahren griff Gallen-Kallela aus diesem Gedicht die Geschichte der Aino heraus, des Mädchens, das wider Willen dem alten Weisen Väinämöinen versprochen ist. Das Bild, heute im Ateneum in Helsinki, ist ein Triptychon, drei Szenen auf einer Tafel: Links wirbt der Alte im Wald um sie; in der Mitte zieht er beim Fischen einen Fisch aus dem Wasser, der davonschnellt und sich in Aino selbst verwandelt, die ihn verspottet; rechts nimmt das Mädchen zwischen den Wassernixen Abschied, ehe es sich ertränkt, um ihn nicht heiraten zu müssen. Gallen-Kallela fasste es selbst in einen vergoldeten Rahmen, in den er Verse des Kalevala schnitzen ließ, sodass das Gedicht die Figuren, von denen es erzählt, buchstäblich umgibt.




