
Bacchus und ein Trinker
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Die Geschichte
1749 malte Giovanni Paolo Pannini eine erfundene Ansicht der Gemäldegalerie des Kardinals Silvio Valenti Gonzaga, des Staatssekretärs Papst Benedikts XIV., und dieser Bacchus bekam darin einen gut sichtbaren Platz. Damals galt er als Caravaggio. Panninis Galeriebild hängt heute im Wadsworth Atheneum in Hartford, und erst der deutsche Kunsthistoriker Hermann Voss erkannte 1924 die Hand Bartolomeo Manfredis. Der junge, kräftig gebaute Gott presst eine Traube direkt in das Kristallglas eines eleganten jungen Mannes, den wir im Profil und in der Mode seiner Zeit sehen. Vielleicht ist der Herbst gemeint, vielleicht einfach die Einladung, die vergänglichen Freuden des Lebens zu genießen. Für die Haltung des Gottes hat Manfredi nach Ansicht des Museums eine antike Kolossalstatue des Dionysos benutzt, die um 1608 in die Sammlung des Kardinals Scipione Borghese kam und noch heute in der Galleria Borghese steht. Das klassische Vorbild überzieht er mit den derben Zügen eines Modells aus Fleisch und Blut. Wann genau das Bild entstand, ist umstritten. Das Museum datiert es um 1618, andere Forscher früher oder erst in Manfredis letzte Jahre um 1621 und 1622.




