
Gustav Klimt · PD
Beethovenfries (Tafel 6, Mittelwand): Die feindlichen Gewalten
Details
Die Geschichte
Auf der zweiten Hälfte der Stirnwand steht eine Gestalt ganz für sich. Klimts Programm nennt sie den Nagenden Kummer: eine hagere Frau in einem grauen Schleier, den Kopf gesenkt, das lange schwarze Haar fällt ihr übers Gesicht. Hinter ihr füllt der Leib des Riesen Typhoeus die Tafel, ein Gewirr gemusterter Schlangenwindungen unter einem gewaltigen Federflügel. Ab 1915 gehörte der Fries dem Industriellen August Lederer und seiner Frau Serena, großen Sammlern Klimts. 1938 entzog das NS-Regime der jüdischen Familie das Werk. Nach dem Krieg ging es an den Sohn Erich Lederer in Genf zurück, doch Österreich verbot die Ausfuhr, und 1972 verkaufte er es an den Staat. 2013 forderten Erben der Familie die Rückgabe. Der österreichische Kunstrückgabebeirat empfahl 2015, sie abzulehnen.




