
Berenike
Details
Die Geschichte
Im 3. Jahrhundert vor Christus gelobte Berenike, Königin von Ägypten, der Aphrodite ihr langes Haar, falls ihr Mann heil aus dem Krieg zurückkehre. Die geopferte Locke soll an den Himmel versetzt worden sein, und das Sternbild heißt bis heute Haar der Berenike. Diese Geschichte erkannte der Kunsthistoriker Massimo Pulini 2004 in dem Bild: eine junge Frau mit blauem Turban, die Schere in der einen Hand, die abgeschnittene Strähne in der anderen. Vorher hatte gerade die Schere in die Irre geführt. Adolfo Venturi hielt die Frau 1893 für eine Näherin, Paola della Pergola 1955 für Atropos, die Schicksalsgöttin, die den Lebensfaden durchtrennt. Im Borghese-Inventar von 1833 galt das Gemälde noch als Porträt von Giovanni Francesco Romanelli. Pulini gab es der Bologneser Malerin Ginevra Cantofoli, und die Galerie datiert es in die 1660er-Jahre.

