
Hans Holbein the Younger · PD
Charles de Solier, Herr von Morette
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Die Geschichte
Als 1746 die 100 Bilder aus der Sammlung der Herzöge von Modena in Dresden eintrafen, galt dieses Bildnis als Werk Leonardos. Der Mann in Schwarz hieß nun Ludovico Sforza, genannt il Moro, Herzog von Mailand. Aus „Morette“ war „Moro“ geworden und aus einem Maler aus dem Norden ein Italiener. Dabei hatte Francesco Scannelli, Kunstkenner am Hof in Modena, 1657 noch von einem vortrefflichen nordischen Maler geschrieben, „einem gewissen Olbeno“.
Erst im 19. Jahrhundert gab der Kunsthistoriker Carl Friedrich von Rumohr das Bild Holbein zurück. Eine Radierung von Wenzel Hollar aus dem Jahr 1647, nach Holbeins Vorzeichnung des Kopfes, trug die Aufschrift „Mr. Morett“, und so galt der Dargestellte lange als Hubert Morett, Juwelier Heinrichs VIII. Erst 1881 erkannte Sophus Larpent in ihm Charles de Solier, Herrn von Morette, den Gesandten König Franz’ I. von Frankreich, der vom 3. April 1534 bis zum 26. Juli 1535 in London war. Ein kleines Medaillenmodell aus Buchsbaum von Christoph Weiditz nennt ihn auf Latein Carolus de Solario. Und die Vorzeichnung, nach der Hollar radiert hatte, liegt seit 1860 ebenfalls in Dresden, im Kupferstich-Kabinett.





