
Henryk Siemiradzki · PD
Christus und die Sünderin
Details
Die Geschichte
Im März 1873 kam ein dreißigjähriger Maler mit einer riesigen, in Rom gemalten Leinwand nach Sankt Petersburg und war mit einem Schlag kein Unbekannter mehr. Henryk Siemiradzki nahm eine Episode aus dem Evangelium, die von Christus und der beim Sündigen ertappten Frau, sah sie aber durch ein damals viel gelesenes Gedicht, das Alexei Tolstoi 1857 verfasst hatte. Darum ist die Szene kein finsteres Gericht, sondern ein Gelage in hellem Licht: rechts die Frau in Seidenkleid und Schmuck inmitten einer vergnügten Gesellschaft, links Christus und seine Anhänger in schlichten Gewändern. Der Auftrag kam von Großfürst Wladimir, und die Akademie verlieh ihm sogleich den Titel eines Akademikers. Der spätere Alexander III. kaufte das Werk für zehntausend Rubel. Im selben Jahr erhielt es eine Medaille auf der Weltausstellung in Wien.




