
Francisco de Zurbarán · PD
Christus der Erlöser beim Segnen
Details
Die Geschichte
Zurbarán hat dieses Bild signiert und datiert, in weißer Farbe unten links, 1638. Das Bildthema war damals schon altmodisch. Christus, der mit der Rechten segnet und in der Linken die Weltkugel mit dem Kreuz hält, stand seit dem Mittelalter und bis ins 16. Jahrhundert auf den Eingangsseiten illustrierter Bibeln, und es gehört zu keiner Szene der Evangelien. Es ist das einzige bekannte Gemälde Zurbaráns mit dieser Ikonografie. Ausgangspunkt war ein Stich der Brüder Wierix aus Antwerpen, deren Andachtsblätter in Spanien überall zirkulierten und in den Werkstätten als Vorlage dienten. Kugel und Kreuz hat er gegenüber dem Stich vergrößert. Zeitgenossen erkannten etwas, das dem heutigen Blick entgeht, nämlich dass die Haltung der Hände die Geste des Priesters bei der Wandlung wiederholt. Diese Hände sind wettergegerbt und genau beobachtet, das Gesicht darüber dagegen blass und idealisiert, in den Zügen den Tüchern nahe, die in den Kathedralen von Oviedo und Jaén als Reliquien des Antlitzes Christi aufbewahrt werden.




