
Gustav Klimt · PD
Entwurf zu einem Vorhang des Stadttheaters Karlsbad
Details
Die Geschichte
Mitte der 1880er-Jahre baute Karlsbad, der böhmische Kurort, ein neues Stadttheater, und die Ausmalung ging an Gustav Klimt, seinen Bruder Ernst und ihren Partner Franz Matsch. Diese kleine Ölskizze, die das Belvedere Gustav zuschreibt und um 1884 oder 1885 datiert, ist sein Entwurf für den Bühnenvorhang. Das Vorbild war Hans Makart, der gefeierte Wiener Malerfürst, der Anfang der 1870er-Jahre zwei große Vorhänge für Wiener Bühnen entworfen hatte. Wie Makart malte Klimt die Bühnenöffnung gleich mit, samt einer roten Draperie an den Seiten, die zum Zuschauerraum gehört und nicht zum eigentlichen Vorhang. Darin zieht eine festliche Gesellschaft aus Frauen, Putten und kostümierten Gestalten durch einen Garten, ein Festzug, den das Museum keiner bekannten Geschichte zuordnen kann. Das Theater wurde am 15. Mai 1886 mit Mozarts „Figaros Hochzeit“ eröffnet, und der ausgeführte Vorhang, eine Huldigung an die Dichtkunst, hängt noch heute dort.




