
Fröhliches Familienmahl
Details
Die Geschichte
Um 1865 legte der Pariser Arzt Louis La Caze ein Verzeichnis seiner Gemälde an. Dieses Bild steht darin mit wenigen Worten, eine Komposition mit 16 Figuren von Jan Steen, aus der Sammlung Reiset. Frédéric Reiset war Konservator am Louvre und sammelte zugleich auf eigene Rechnung, und La Caze hatte ihm die Leinwand wohl direkt abgekauft. Als der Arzt 1869 starb, vermachte er dem Staat 583 Gemälde. Gesichtet hat sie Reiset. Er behielt weniger als die Hälfte für den Louvre und schickte den Rest an Museen in der Provinz. Dieser Steen, der schon einmal durch seine Hände gegangen war, blieb in Paris.
Der Louvre deutet die Tischgesellschaft als Anspielung auf die fünf Sinne, von denen jeder zugleich für ein Lebensalter steht, vom kleinen Kind bis zum Greis. Im Raum hängt ein Vogelkäfig, ein altes Sinnbild der Liebe, und ganz in der Nähe sitzt ein Papagei. Der französische Kunsthistoriker Albert Pomme de Mirimonde nannte ihn den Vogel Merkurs, des Gottes allen Handels. Es ist ein spätes Werk, um 1674 entstanden. Ein Jahrhundert später kam es in Soeterwoude bei Leiden aus dem Nachlass von Cornelis Backer, einem früheren Amsterdamer Schöffen, zur Versteigerung. Der Katalog des Louvre vermerkt etwas spitz, ein Autor des 19. Jahrhunderts, Horsin-Déon, habe es beinahe zu sehr gelobt.




