
Jan Steen
1626–1679 · Republik der Vereinigten Niederlande · Malerei des Goldenen Zeitalters der Niederlande
Die Geschichte
Im Niederländischen heißt ein chaotischer, lärmender Haushalt noch immer ein Jan-Steen-Haushalt, een huishouden van Jan Steen. Die Wendung stammt direkt aus den komischen Szenen des Malers vom aus den Fugen geratenen Familienleben und hat im volkstümlichen Gedächtnis fast alles andere über ihn überlebt.
Steen kannte diese Welt von innen. Um 1626 in Leiden in eine katholische Brauerfamilie geboren, führte er zeitweise selbst Wirtshäuser, und seine Bilder sind voller Trunk, Unordnung, verstohlener Blicke und sich schlecht benehmender Kinder. Er war einer der großen Erzähler des niederländischen Goldenen Zeitalters und hinterließ Hunderte von Gemälden.
Das Gelächter trägt meist eine Lehre. Ein zusammenbrechender, zügelloser Haushalt war seinen Betrachtern des 17. Jahrhunderts eine Warnung, wohin billiges Vergnügen führt, und Steen streute oft kleine Hinweise ein, eine verschwendete Münze, ein Kind, das schon schlechte Angewohnheiten lernt, um den Punkt zu machen. Gern malte er sich selbst mitten ins Getümmel, grinsend, als eine der übelsten Figuren im Raum.
Werke
14 Werke
Das NikolausfestJan Steen, 1665
Ein Bürgermeister von Delft und seine TochterJan Steen, 1655
Das Austern essende MädchenJan Steen, 1658
Die fröhliche FamilieJan Steen, 1668
Wie die Alten sungen, so zwitschern die JungenJan Steen, 1665
Die verkehrte WeltJan Steen, 1663
Der Arztbesuch in einem reichen InterieurJan Steen, 1661
Der Wein ist ein SpötterJan Steen, 1668
Kinder, die einer Katze das Tanzen beibringen, genannt „Die Tanzstunde“Jan Steen, 1669
Das BohnenfestJan Steen, 1668
Die Folgen der UnmäßigkeitJan Steen, 1663
Das DreikönigsfestJan Steen, 1662
Frau bei der ToiletteJan Steen, 1663
Das tanzende PaarJan Steen, 1663