
Griechische Sklavin
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Die Geschichte
Im Herbst 1870 belagerte die preußische Armee Paris, und Gérôme war nach London ausgewichen. Sein Atelier in Bougival, westlich der Stadt, lag nun hinter den deutschen Linien. Im Oktober kamen zwei Journalisten in das verlassene Atelier, ein Engländer und ein Amerikaner. Der Amerikaner nahm diese unvollendete Leinwand mit, angeblich, um sie einem Anwalt zu übergeben. Stattdessen landete sie offenbar mit ihm in Chicago. Jahre später tauchte sie dort in einem Antiquitätenladen auf, wo ein Bostoner Käufer namens M. P. Kennard sie entdeckte, und 1887 schenkte sie ein anderer Bostoner, George Goddard, dem Museum. Als Gérôme erfuhr, dass nun ein Museum das Bild besaß, fühlte er sich geschmeichelt und bot an, es zu signieren. Dass es unfertig ist, sieht man sofort. Eine junge nackte Frau steht vor einer kahlen Wand, eine Hand am Gesicht, und um sie herum ist der Hintergrund nur grob angelegt, durch den die Konstruktionslinien des Malers noch hindurchscheinen.




