
Joseph Wright of Derby · PD
Die indianische Witwe
Details
Die Geschichte
Joseph Wright, sonst für seine Kerzenlicht-Szenen bekannt, wählte hier ein ungewohntes Motiv. Um 1783, kurz nach dem Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, malte er die Witwe eines indianischen Häuptlings. Sie sitzt reglos am Fuß eines Baumes, an dem die Waffen und der Schmuck ihres toten Mannes hängen, und hält so nach einem Brauch, den europäische Reiseberichte schilderten, die Totenwache. Über ihr türmt sich ein Gewittersturm, in der Ferne speit ein Vulkan Feuer, während die Frau selbst unbewegt bleibt. Wright kannte die Ausrüstung genau, vom Stirnband über die Federn bis zur Messerscheide, wohl aus Berichten über die Völker der Großen Seen. Das Bild traf einen Nerv der 1780er Jahre in Britannien, als man die Vorstellung vom „edlen Wilden" verklärte. Es hängt bis heute in Wrights Heimatstadt Derby.




