
J. M. W. Turner, Interior of a Gothic Church, 1797. Wikimedia Commons. · PD
Inneres einer gotischen Kirche
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Die Geschichte
Um 1797 war Turner 22 Jahre alt und fast nur als Aquarellmaler bekannt. Sein erstes Ölbild hatte er erst ein Jahr zuvor in der Royal Academy gezeigt, ein Seestück im Mondlicht vor der Isle of Wight. Kleine Tafeln wie diese, auf Mahagoniholz gemalt, waren sein Übungsfeld für das schwerere Material. Den Kontinent kannte er noch nicht, denn England lag im Krieg mit dem revolutionären Frankreich, und erst der kurze Frieden von Amiens brachte ihn 1802 über den Ärmelkanal. Also zeichneten die jungen Künstler die Abteien und Pfarrkirchen des eigenen Landes. Welche Kirche hier zu sehen ist, weiß man nicht, vermutlich lag sie in London oder in der Nähe. Die Einrichtung gehört ganz in Turners Gegenwart, mit hoher Kanzel, geschlossenen Kastenbänken und dem königlichen Wappen über den hinteren Bögen, wie es in englischen Pfarrkirchen üblich war. Die Tafel blieb in seinem Atelier und kam 1856 mit dem Turner-Nachlass an den britischen Staat.




