
Merkur
Details
Die Geschichte
1611 malte Goltzius zwei lebensgroße Figuren für ein Haarlemer Haus, wahrscheinlich für den Juristen und Ratsherrn Johan Colterman. Minerva stand für die Praxis, dieser Merkur für die Theorie, und 1613 kam ein Herkules hinzu, die Tugend, zu der beide führen sollten. Das humanistische Bildungsideal, in Malerei übersetzt. Merkur erkennt man an Flügelhelm, schlangenumwundenem Stab und Hahn. Als Schutzherr der Künste und der Beredsamkeit hält er Pinsel und Palette, und zu seinen Füßen liegen Winkel, Zirkel und ein Zeichenalbum. Neben ihm streckt ein Mädchen mit Rassel und Elster die Zunge heraus. Sie verkörpert das törichte Geschwätz, als Gegenstück zur wohlgesetzten Rede des Gottes. Die drei Leinwände blieben bei Coltermans Erben beisammen, und seit 1917 leiht das Mauritshuis den Merkur dem Frans-Hals-Museum, wo er neben den beiden anderen hängt.




