
Minerva
Details
Die Geschichte
1590 brach Goltzius von Haarlem nach Italien auf, und 1591 verbrachte er Monate in Rom, wo er die antiken Statuen zeichnete. Zwei Jahrzehnte später ließ er eine Erinnerung an diese Reise in das Bild einfließen. Weit hinten in der Landschaft, hinter der Göttin, erhebt sich das Kolosseum. Minerva war bei den Römern Göttin des Krieges und der Weisheit, und was zu ihren Füßen liegt, gilt ihrer Rolle als Schutzherrin der Gelehrsamkeit und der Künste: Bücher, eine Zeichenmappe, eine Feder mit Federbehälter, ein Weberschiffchen und eine Laute. Weiter hinten steht ein Mann mit Eselsohren. Es ist König Midas. Bei Ovid soll er einen musikalischen Wettstreit entscheiden und zieht die ländliche Flöte des Pan der Leier Apollons vor, worauf ihm der gekränkte Gott Ohren verpasst, die zu seinem Geschmack passen. Goltzius stellte ihn als Gegenbild der Göttin dorthin, als einen, dem in Fragen der Kunst jedes Urteil fehlt. Das Gemälde stammt von 1611, aus demselben Jahr wie sein Gegenstück Merkur, und beide hängen nebeneinander.




