
Ilya Repin · PD
Porträt des Dichters, Prosaschriftstellers, Übersetzers und Dramatikers Sergei Mitrofanowitsch Gorodezki mit seiner Frau
Details
Die Geschichte
Für den Dichter Sergei Gorodezki war 1914 ein unruhiges Jahr. Drei Jahre zuvor hatte er mit Nikolai Gumiljow die Dichterzunft gegründet, aus der der Akmeismus hervorging, und nun zerfiel die Gruppe. Im Sommer mieteten er und seine Frau Anna ein Landhaus in Kuokkala, einem Dorf an der finnischen Küste vor Sankt Petersburg. Dort wohnte Repin, und die beiden kamen regelmäßig zu den Mittwochen, an denen er sein Haus Penaty für Gäste öffnete. Anna, geborene Koselskaja, schrieb unter einem Pseudonym Gedichte und spielte Laientheater, im Freundeskreis hieß sie nur die Nymphe. Repin setzte sie zwischen bunten Kissen nach vorn, Gorodezki beugt sich hinter ihr ins Bild. Kurz nach Kriegsbeginn notierte der Schriftsteller Kornei Tschukowski, der ebenfalls in Kuokkala lebte, in sein Tagebuch, Gorodezki gebe sich demonstrativ patriotisch und schreibe patriotische Gedichte. Jahre später erzählte die Nymphe gern, Repin sei in sie verliebt gewesen.




