Der Evangelist Johannes

Der Evangelist Johannes


Details

Jahr
1356
Technik
Tempera und Gold auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
140 × 58 cm

Die Geschichte

Dieser Johannes wird seit hundert Jahren zwischen Malern hin- und hergereicht. 1926 gab ihn der Kritiker Lionello Venturi zusammen mit seinem Gegenstück, der trauernden Muttergottes, Lorenzo Veneziano. 1931 dachte die Forscherin Evelyn Sandberg-Vavalà an Giovanni da Modena, einen Maler aus der Emilia, und im Jahr darauf nannte der amerikanische Kenner Bernard Berenson Paolo Veneziano. Danach tauschten die beiden Venezianer immer wieder die Plätze, wieder Lorenzo bei dem Kunsthistoriker Pietro Toesca 1951, wieder Paolo bei seinem Kollegen Michelangelo Muraro 1969.

Zeitlich liegen die beiden Namen nah beieinander. Paolos letztes signiertes Werk stammt von 1358, Lorenzo taucht 1356 erstmals in den Quellen auf, und das Museum datiert die Tafel auf etwa 1355 bis 1357, genau dorthin, wo sich die beiden Laufbahnen berühren. Sein Schild nennt beide. Rodolfo Pallucchini, der sich 1964 für Lorenzo aussprach, fiel die Haltung auf. Johannes dreht sich in einer kühnen Verkürzung so weit weg, dass man ihn fast von hinten sieht, und genau diese Wendung fand Pallucchini in Lorenzos Lion-Polyptychon wieder, gemalt zwischen 1357 und 1359 und heute in der Accademia in Venedig.

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