
Rembrandt · PD
Die Beschneidung
Details
Die Geschichte
1661 war Rembrandt Mitte fünfzig und hatte den Bankrott von 1656 hinter sich, der ihn Haus und Sammlung gekostet hatte. Das sieht man der Malerei an, dick und rau, stellenweise mit dem Pinselstiel in die nasse Farbe gezogen, eine späte Handschrift, die manchen Zeitgenossen fremd blieb. Dargestellt ist der achte Tag nach der Geburt, an dem das Jesuskind beschnitten wurde. Rembrandt zeigt die Szene im Dunkel eines Stalls statt im Tempel, an demselben ärmlichen Ort, den er auch für die Geburt gewählt hatte, und ändert die Überlieferung an einem stillen Punkt: Maria selbst hält das Kind, wo sonst ein Priester stünde. Es ist das erste Mal, dass Christi Blut fließt, und das kleine Ritual weist schon auf das Kreuz voraus. Ein einziges warmes Licht fasst die Gruppe und lässt den übrigen Stall im Schatten. Nach Washington gelangte das Gemälde mit der Sammlung Widener.




