
Der Namensaufruf des Dekans
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Die Geschichte
Bei jeder Abschlussfeier des Jefferson Medical College in Philadelphia rief der Dekan die Namen der frischgebackenen Ärzte auf. Rund 30 Jahre lang, seit den 1880er-Jahren, war das James William Holland, ein Chemiker aus Tennessee, und 1899 bat Eakins ihn, sich genau bei dieser Aufgabe in ganzer Figur malen zu lassen. Holland steht im Talar mit grünem Besatz, die Füße breit gesetzt, und hält eine gelbe Mappe mit der Namensliste aufgeschlagen in den Händen. Die Leinwand ist über zwei Meter hoch.
Die Sitzungen begannen etwa im Januar und dauerten zwei Monate oder länger. Hollands Sohn schrieb später an das Museum, sein Vater sei nie kräftig gewesen und zu dieser Jahreszeit stets erschöpft. Eakins habe ihn trotzdem die ganze Zeit stehen lassen, das Oberlicht voll im Gesicht, und ihm nicht einmal beim Malen des Kopfes einen Stuhl erlaubt. So wirkt das Gesicht angespannt, beinahe abgezehrt. Eakins hatte gehofft, das College werde das Porträt kaufen. Es lehnte ab und bestellte später ein Bildnis Hollands bei einem anderen Maler aus Philadelphia, Adolphe Borie. 1900 schenkte Eakins die Leinwand Mrs. Holland, und 1943 verkauften ihre Kinder sie an das Museum of Fine Arts. Es war das erste ganzfigurige Porträt von Eakins in dessen Sammlung.




