
Der ärztliche Besuch
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Die Geschichte
In der niederländischen Republik der 1660er Jahre war Liebeskummer mehr als eine Redensart. Ärzte behandelten ihn in medizinischen Abhandlungen als echte Krankheit mit eigenen Anzeichen, Schwermut, Blässe, unregelmäßigem Puls, Appetitlosigkeit und Stimmungsschwankungen, und als Heilmittel empfahlen sie meist die Ehe. Jan Steen hat den ärztlichen Besuch oft gemalt, und meist überlässt er es dem Betrachter, die Diagnose aus Hinweisen im Raum zu erschließen. Hier schreibt er sie hin. Die junge Patientin hält einen Zettel in der Hand, und das Museum übersetzt seine niederländischen Worte so, hier hilft keine Medizin, denn es ist Liebesschmerz. Was immer der Arzt neben ihr unternimmt, die Antwort hält sie schon in der Hand. Steen malte die Leinwand zwischen 1661 und 1663, in seinen ersten Haarlemer Jahren, in wohnlichem Format, etwa 61 Zentimeter hoch.




