
Das Gastmahl des reichen Prassers
Details
Die Geschichte
Das Museum erkennt in dieser Tafel ein venezianisches Echo. Im Jahrhundert zuvor hatte Paolo Veronese mit riesigen Festmählern voller Seide und Silber Furore gemacht, und 1573 musste er sich vor der Inquisition verantworten, weil er ein Abendmahl mit Possenreißern und Zwergen bevölkert hatte. Mattia Preti, der etwa zwischen 1655 und 1660 in Neapel arbeitete, macht aus einem solchen Gelage das Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus aus dem Lukasevangelium. Der zerlumpte Bettler sitzt links am äußersten Ende des Tisches. Der Reiche rechts ist übersatt und taub für sein Flehen, während die Diener scherzen und einander nachäffen. Dabei steht das Gleichnis erst am Anfang, an seinem Ende landet der Reiche in den Qualen der Hölle. Von allen am Tisch blickt nur er aus dem Bild heraus, zu uns, als ahnte er es schon.




