Die kleine Kreuzigung

Die kleine Kreuzigung


Details

Jahr
1520
Technik
Öl auf Holz
Maße
61,3 × 46 cm

Die Geschichte

Fast alles, was man über die frühe Geschichte dieser kleinen Tafel weiß, steht bei Joachim von Sandrart, dem Maler und Kunstschriftsteller, der 1675 seine „Teutsche Academie“ herausbrachte. Er berichtet, Herzog Wilhelm V. von Bayern habe ein kleines Kruzifix mit Maria, Johannes und einer knienden, andächtig betenden Maria Magdalena besessen und sehr geliebt, ohne zu wissen, von wem es stammte. Was Sandrart daran bewunderte, war der Gekreuzigte, der „ganz abhenkend auf den Füssen ruhet“. Der tote Körper sackt also mit seinem ganzen Gewicht nach unten, und natürlicher, meinte Sandrart, sei kein anderes Kruzifix. 1605 ließ der Herzog das Bild von dem flämischen Kupferstecher Raphael Sadeler stechen, der in München arbeitete. Den Namen des Meisters lieferte erst Sandrart selbst nach, zur großen Freude von Kurfürst Maximilian, dem Sohn des Herzogs. Danach verliert sich die Spur der Tafel in westdeutschem Privatbesitz, bis der Berliner Kunsthistoriker Max J. Friedländer sie 1922 als die einst beim Bayernherzog bewahrte Kreuzigung veröffentlichte. Über den Haarlemer Bankier Franz Koenigs und die Stiftung des amerikanischen Kaufhausunternehmers Samuel H. Kress kam sie 1961 an die National Gallery of Art in Washington.

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