
Didier Descouens · PD
Die Vision von Jakobs Leiter (?)
Details
Die Geschichte
Um 1830 war Turner Mitte fünfzig und malte weniger die festen Dinge als das Licht selbst, in dem die Umrisse zergehen. Hier ist diese Neigung bis an ihre Grenze getrieben. Eine Gestalt kniet vor einer hellen Diagonale, die in den Himmel steigt, geflügelte Formen bewegen sich an ihr entlang, und man liest die Szene als nächtliche biblische Vision, Jakobs Traum von der Leiter zwischen Erde und Himmel. Nur lässt sich nicht bestätigen, dass Turner tatsächlich dies gemeint hat. Er hinterließ keinen festen Titel, der Name kam erst später hinzu, und deshalb setzt die Tate bis heute ein Fragezeichen dahinter. In den Besitz der Nation kam das Bild 1856 mit dem gewaltigen Vermächtnis, das Turner testamentarisch hinterließ, Tausende von Arbeiten, die er in seinem eigenen Atelier aufbewahrt hatte.




