Tobias heilt seinen blinden Vater

© José Luiz Bernardes Ribeiro · PD

Tobias heilt seinen blinden Vater


Details

Künstler
Rembrandt
Jahr
1636
Technik
Öl
Gattung
Gemälde
Maße
47,2 × 38,8 cm

Die Geschichte

Um 1636 war Amsterdam zu einer Stadt geworden, in der Chirurgen lernten, am Auge zu operieren. Ein Spezialist namens Job van Meekren, geschult im Umkreis des Anatomen Nicolaes Tulp, führte damals in der Stadt Staroperationen durch, und Rembrandt scheint genau hingesehen zu haben. Man merkt es dem Bild an. Die Szene stammt aus dem Buch Tobit, in dem der junge Tobias die Blindheit seines Vaters mit der Galle eines Fisches heilt, geführt von einem Engel. Rembrandt macht aus diesem Wunder etwas, das er in einem holländischen Operationsraum gesehen haben könnte. Tobias beugt sich mit einem feinen Instrument über das Auge des alten Mannes, hält dessen Kopf und arbeitet mit der Konzentration eines Chirurgen statt mit der Geste eines Wunderheilers. Das Thema begleitete ihn über Jahrzehnte. Sein eigener Vater Harmen hatte vor seinem Tod 1630 einen Großteil seines Augenlichts verloren, und Rembrandt kehrte in Zeichnungen wie in Gemälden immer wieder zum blinden Tobit zurück.

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