
J. M. W. Turner, Aeneas and the Sibyl, Lake Avernus, 1798. Wikimedia Commons. · PD
Aeneas und die Sibylle, Avernersee
Details
Die Geschichte
Der Averner See westlich von Neapel ist ein wassergefüllter Vulkankrater. Vergil legte an sein Ufer den Eingang zur Unterwelt, dorthin, wo Aeneas die Sibylle um den Weg bittet. Turner hatte diesen Ort nie gesehen. Er war 23, Großbritannien lag seit fünf Jahren im Krieg mit Frankreich, und die Reisewege nach Italien waren gesperrt. Als Vorlage diente ihm eine Zeichnung des Sammlers Sir Richard Colt Hoare, der das Land noch vor dem Krieg bereist hatte. In Hoares Landsitz Stourhead hing bereits eine Landschaft von Richard Wilson, die er für eine Ansicht des Averner Sees hielt, tatsächlich aber den Nemisee zeigt. Turners Bild war wohl als Gegenstück dazu gedacht. Aeneas und die Sibylle sind die beiden kleinen Figuren unten am Ufer. Erst 1819, mit 44 Jahren, stand Turner selbst am See und füllte ein Skizzenbuch mit ihm.




