
Henry Lillie Pierce
Details
Die Geschichte
Wer in Amerika eine Packung Baker's Schokolade kaufte, sah darauf ein Mädchen aus Dresden. Henry Lillie Pierce, Besitzer der Firma Walter Baker in Dorchester bei Boston, machte 1883 das Schokoladenmädchen des Schweizer Malers Jean-Étienne Liotard zu seinem Markenzeichen, jene Pastellfigur aus der Dresdner Gemäldegalerie, die im weißen Schürzchen eine Tasse Schokolade auf dem Tablett trägt. Pierce hatte 1849 als Angestellter für drei Dollar die Woche in der Mühle angefangen und daraus das größte Unternehmen seiner Art in Amerika gemacht. Nebenbei wurde er zweimal zum Bürgermeister von Boston gewählt und saß zwei Wahlperioden im Kongress. 1895 bestellte er dieses Bildnis bei Léon Bonnat in Paris, oben links signiert und datiert. Im Dezember 1896 starb Pierce. Seinen Landsitz in Ponkapoag südlich von Boston vermachte er seinen engen Freunden, dem Schriftsteller Thomas Bailey Aldrich und dessen Familie, und 1898 schenkten die Zwillingssöhne der Aldrichs das Porträt dem Museum. Auch das Museum selbst stand in seinem Testament, und 1899 wurde mit Geld aus diesem Vermächtnis Turners Sklavenschiff gekauft.

