
Hesiod und die Muse
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Die Geschichte
Sechs Jahre musste Gustave Moreau warten. 1882 lehnte ihn die Académie des Beaux-Arts, die offizielle französische Kunstakademie, ab und wählte stattdessen den Maler Gustave Boulanger. Als Boulanger 1888 starb, erhielt Moreau ausgerechnet dessen Sitz. 1891 malte er diese kleine Holztafel, und die Inschrift am unteren Rand widmet sie Graf Henri Delaborde, dem ständigen Sekretär der Akademie, in tiefer Dankbarkeit und herzlicher Verehrung. Das Thema stammt vom Anfang der „Theogonie“. Dort erzählt der griechische Dichter Hesiod, wie ihm die Musen beim Schafehüten am Berg Helikon erschienen, ihm einen Lorbeerzweig reichten und ihm eine göttliche Stimme einhauchten. Moreaus geflügelte Muse beugt sich mit einem Lorbeerzweig über die Schulter des jungen Dichters, der eine hohe, reich verzierte Leier hält. Über den beiden leuchtet ein Stern, auf dem Felsgipfel dahinter steht ein Tempel.




