Platz für den großen Raffael!

Platz für den großen Raffael!


Details

Jahr
1859
Technik
Gouache und Pastell auf Papier, auf Karton kaschiert
Gattung
Gemälde
Maße
47,6 × 63,7 cm

Die Geschichte

„Den häuslichen August in seiner augenblicklichen Funktion als Möbelschieber in Sachen eines Höheren“ – so beschrieb Menzel 1859 selbst, was auf diesem Blatt geschieht. Gemeint ist August III., König von Polen und als Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen. Er hatte den Mönchen von San Sisto in Piacenza Raffaels Sixtinische Madonna abgekauft, und am 1. März 1754 traf das Bild in Dresden ein. Der Überlieferung nach stand ausgerechnet im besten Licht des Saals der Thron. Man zögerte, und der König schob ihn eigenhändig beiseite mit dem Ruf: „Platz für den großen Raffael!“ Belegt ist die Szene nicht. Bekannt ist sie heute vor allem durch dieses Bild.

Menzel erzählt sie ohne Feierlichkeit, mit schnellen Strichen in Gouache und Pastell. Links steht die Kurfürstin, von hinten gesehen, in einem hellen Umhang. In der Mitte bückt sich ein Diener unter der großen dunklen Leinwand, die gerade hereingetragen wird. Rechts schiebt der König in roter Mütze und pelzbesetztem Hausmantel einen vergoldeten Sessel zur Seite. Begonnen hatte Menzel das Blatt 1855. Vier Jahre später setzte er links und unten Papier an, verkleinerte es rechts und übermalte einzelne Partien.

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