
Rembrandt · PD
Selbstbildnis mit Lichteinfall von links
Details
Die Geschichte
Vom 5. September bis zum 6. Dezember 2026 hängt dieses kleine Selbstbildnis wieder in Gotha, als Leihgabe aus München und zum ersten Mal seit 80 Jahren. Fortgeschafft wurde es im Januar oder Februar 1946. Gotha lag damals in der sowjetischen Besatzungszone, und die herzogliche Familie fürchtete, sowjetische Trophäenbrigaden könnten die Sammlung auf Schloss Friedenstein beschlagnahmen. Ein ehemaliger Direktor des Museums ließ die Tafel ohne Zustimmung des amtierenden Direktors und der Stiftung heimlich nach Coburg bringen, rund 100 Kilometer südlich in der amerikanischen Zone. Es hieß, das sei nur vorübergehend. In den 1950er-Jahren verkaufte die Familie das Bild an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Gotha zählt es bis heute zu den unrechtmäßig entfernten Werken. Die Frist von 30 Jahren für eine Rückforderung lief allerdings schon 1976 ab, als Gotha und Coburg noch durch die innerdeutsche Grenze getrennt waren. Das Täfelchen ist kaum größer als eine Hand. Das Gesicht des jungen Mannes liegt halb im Schatten, der Mund steht leicht offen.





