
Der betrogene Bräutigam
Details
Die Geschichte
Im Niederländischen gibt es ein Wort für eine solche Hochzeit, moetje, eine Ehe, die geschlossen werden muss, weil ein Kind unterwegs ist. Jan Steen malte um 1670 eine solche Hochzeit und gab ihr noch eine Wendung. Der Bräutigam, deutlich älter als die Braut, führt sie vom Fest weg zur Hochzeitsnacht. Sie sträubt sich, und sie ist sichtlich hochschwanger.
Die Gäste wissen längst Bescheid. Rechts hebt ein junger Mann die Hand mit zwei gespreizten Fingern, das Zeichen der Hörner, und damit weiß der ganze Raum, dass der Bräutigam ein gehörnter Ehemann ist und das Kind nicht von ihm stammt. Das Kunsthistorische Museum nennt das Bild eine Genreszene mit moralischer Lehre, ungewöhnlich prächtig gemalt, und die ganze volle Stube ist eingeweiht.
Zum ersten Mal ist das Gemälde 1783 in der kaiserlichen Galerie in Wien belegt, in dem Jahr, als nach der Neuaufstellung im Belvedere ein neuer Katalog erschien.




